Erklärung zum Armutsbegriff     

Arbeitskreis Armutsforschung
März 2017

I. Wie wir Armut verstehen

Was Armut in einer Gesellschaft ist, ergibt sich aus dem Vergleich mit dem gesellschaftlichen Reichtum: Armut ist relativ zum Wohlstandsniveau im Sinne des verteilbaren Ganzen.

Armut in einem reichen Land hat weniger mit existenzieller Not und physischem Elend zu tun. Beides lässt sich zwar auch hierzulande bei Obdachlosen, Drogenabhängigen und illegalisierten Migrant(inn)en finden, in den entwickelten Ländern geht es bei Armut aber vor allem um das Verhältnis zu den gesamtgesellschaftlichen Möglichkeiten. Man spricht daher von relativer Armut, weil jemand arm im Verhältnis zum gesellschaftlichen Wohlstand ist.

Den ganzen Artikel können Sie hier einsehen.

Hat Gott einen Plan B?

"Barmherzigkeit" mag fromm und altbacken klingen. Doch in dem Wort steckt Dynamik - politisch und theologisch. Gedanken zum ausklingenden "Jahr der Barmherzigkeit"

Von Michael Schrom

Der Philosoph Holger Zaborowski macht die Probe aufs Exempel: "Wer von euch möchte gerne in einer Gesellschaft leben, in der es vollkommen gerecht zugeht - aber in der es keine Barmherzigkeit gibt?" Die Schülerinnen und Schüler in der Aula der philosophisch-theologischen Hochschule in Vallendar, allesamt Preisträger eines kirchlichen Ideenwettbewerbs zu den "Werken der Barmherzigkeit", rühren sich nicht.

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Empfehlungen für Arbeitsmarktintegration

Papier des Liga-Arbeitskreises 6 "Arbeitsmarktpolitik"

Ein zentraler Aspekt für eine gelingende Integration geflüchteter Menschen ist ihr möglichst frühzeitiger Zugang zu Sprachförderung, Bildung, Ausbildung und Beschäftigung. Damit dies gelingt, müssen erstens geeignete und ausreichende Angebote vorhanden und zweitens, eine tragfähige zielgerichtete Kooperation der unterschiedlichen Bereiche / Arbeitsgebiete gegeben sein.

Das Land Hessen hat im Rahmen seiner „Aktionspläne“ zur Integration von Geflüchteten bereits eine ganze Reihe von Programmen auf den Weg gebracht. Die Bundesagentur für Arbeit und das BAMF haben ebenfalls Maßnahmen zur erfolgreichen Integration von geflüchteten Menschen entwickelt. Dennoch gibt ...

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Geist von Bratislava

Hat die EU ihre Selbstkontrolle verloren?

Aachener Nachrichten, 21. September 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Wie fassbar ist dieser Geist, nachdem Ratspräsident Tusk eine „Agenda“ forderte, der Gastgeber Fico von einem „Prozess“ sprach, der italienische Ministerpräsident Renzi sich einem Trio-Spektakel verweigerte? Zwei Deutungen bieten sich an: Visionen und Grundsatzdebatten sind zu vermeiden, stattdessen konkrete Projekte zu vereinbaren, die konsensfähig sind. Oder: wir äußern uns spontan über alles, was uns umtreibt, um dann zu sehen, wie sich die Ideen entwickeln.

Text hier: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2016/Hengsbach_Aachener_Nachrichten_09_2016.pdf

Armut, Ausgrenzung und ...

... gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten von Zuwanderung

Vortrag bei Bundesfachkonferenz des Deutschen Caritasverband
am 10.November 2016 - Michael Wolff

Michael Wolff entwickelt drei Thesen. Die erste These befasst sich mit dem Wandel vom Zeitalter der "sozialen Moderne" zum Zeitalter "regressiver Modernisierung" (vgl. Nachtwey 2016). Dieser Wandel speist sich wiederum aus verschiedenen zum Teil tiefgreifenden Veränderungsprozessen, wie zum Beispiel der Wechsel von der aktiven zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik. Die Folgen sind eine Sorge vor sozialem Abstieg, die bis in die Mittelschicht reicht sowie die demokratische Grundordnung in Frage stellt. Darauf aufbauend wird in der zweiten These ausgeführt, wie die zunächst fremden Zuwanderer zu Opfern der Umleitung zunehmender Abstiegsängste in Abwehrmechanismen werden. Es ist also nicht die Massenzuwanderung das eigentliche Problem, sondern das persönliche Unsicherheitsgefühl und die Abstiegssorge, die vermeintlich durch die Zuwanderung verstärkt werden. Will man die latente Fremdenfeindlichkeit bekämpfen, so muss man Wohlstand für alle fördern, soziale Ungleichheiten reduzieren und sichere und auskömmliche Arbeitsverhältnisse schaffen etc. Wie die Caritas als kirchlicher Wohlfahrtsverband dazu ihren Beitrag leisten kann, wird in der dritten These ausgeführt.

Fachtagung der Caritas am 08.09.2016

Barmherzigkeit UND Gerechtigkeit - Und die Bedeutung für die Caritas
Dr. Hans-Jürgen Marcus, Diözesan - Caritasdirektor Hildesheim

1.   Vorbemerkung

Natürlich erinnern Sie sich an das Sommermärchen 2006. Fußballweltmeisterschaft in Deutschland bei gutem Wetter mit tollen Spielen. Nie vorher gab es so viele schwarz-rot-goldene Fahnen und gleichzeitig präsentiert sich das Land als weltoffener, großzügiger Gastgeber. Sogar der Einzug ins Endspiel wird verpasst und man überlässt den Titel den Italienern. Viele Deutsche sind überrascht über so viel Willkommenskultur, Gastfreundschaft und Lust auf Buntheit.

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Von der Chimäre BIP und normativen Blindflügen

Blog Postwachstum, 23. September 2016
Jonas Hagedorn und Matthias Kalkuhl

Genießt das BIP eine zu hohe Aufmerksamkeit sowohl unter Befürworter/innen als auch unter Kritiker/innen? Matthias Kalkuhl und Jonas Hagedorn verweisen in ihrem Beitrag auf den rein instrumentellen Charakter dieses umstrittenen Indikators und seine stark begrenzte Aussagekraft. Anstatt dieses deskriptive Maß zum Politikziel zu erklären oder als solches zu negieren, brauche es eine normative und demokratische Debatte über den Umgang mit gesellschaftspolitischen Zielkonflikten.

Text hier: http://www.postwachstum.de/von-der-chimaere-bip-und-normativen-blindfluegen-20160923

Flucht und Migration

Lösung für den Pflegenotstand? Vortrag zu Migration und Pflegarbeit

Impulsreferat im Rahmen der Gerechtigkeitswoche der Friedrich-Ebert-Stiftung am 26. April 2016, Berlin
Bernhard Emunds

Im Rahmen der Gerechtigkeitswoche der Friedrich-Ebert-Stiftung fand am 26. April 2016 in der Landesvertretung Bremen in Berlin die Öffentliche Podiumsdiskussion „Anwerben, Ankommen, Anpassen! Koreanische Krankenpflegerinnen in Deutschland – Erfahrungen aus fünf Jahrzehnten und neue Wege für die Zukunft" statt. Prof. Dr. Bernhard Emunds hat die Diskussion mit einem Impuls zum Thema "Flucht und Migration – Lösung für den Pflegenotstand?" eröffnet.

Text hier: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2016/Emunds_26042016.pdf

Gerechtigkeit für die Generation Mitte

Interview zu Ungerechtigkeiten in Deutschland.

Deutschlandradio, 8. September 2016
Bernhard Emunds

Das Allensbach-Institut hat im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft die Generation der Mitte (30 - 59 Jahre) nach ihrem Lebensgefühl, ihrer Wahrnehmung der gesellschaftlichen Entwicklung und ihrem Sinn für Ungerechtigkeit befragt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Studie hat Prof. Dr. Bernhard Emunds dem Deutschlandradio Kultur ein Interview gegeben, in dem es vor allem darum ging, was Gerechtigkeit ist und was in Deutschland ungerecht ist.

Audiofile hier: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/09/08/gerechtigkeit_fuer_die_generation_mitte_drk_20160908_1811_0fcc74f3.mp3

Jenseits der Ironie

... Quelle: Jenseits der Ironie - Dialoge der Barmherzigkeit, Seiten 112 - 121,
Martin W. Ramb und Holger Zaborowski, Wallstein Verlag 2016

Arndt Küppers
Barmherzigkeit und Politik

In den Fürstenspiegeln des christlichen Mittelalters findet sich die Barmherzigkeit als ein den guten Herrscher auszeichnendes Charaktermerkmal. Der König, der "nur deshalb auf seinen Platz gestellt ist, um an Gottes Statt in seinem Reiche Urteil zu sprechen", so schreibt beispielsweise Thomas von Aquin ...

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Pflegekräfte 

Slavinnen, die uns pflegen - Interview zur Ausbeutung von Pflegkräften

ZEIT Online, 18. August 2016
Jonas Hagedorn

Beleidigt, geschlagen, keine Freizeit: Hunderttausende Osteuropäerinnen versorgen in deutschen Haushalten Menschen. Das ist meist verboten, wird aber selten verfolgt.

Zu diesem Thema nimmt Jonas Hagedorn Stellung.

Text hier: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2016/Hagedorn_Interview_ZEIT_August_2018.pdf

Auf wirtschaftsethischer Tour d’Horizon

... mit Bernhard Emunds

Aachener Nachrichten, Mai 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Der Jesuit und Sozialethiker Hengsbach positioniert sich in den Aachener Nachrichten zum Thema Landtagswahlen und die Konsequenzen für das Parteien- und Politikverständnis Deutschlands.

Text hier: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2016/Hengsbach_13._Maerz_Aachener_Nachrichten.pdf

Sozial gerecht – was steht mir zu?

Kolping und KAB erläuterten ihr Engagement in der Sozialen Selbstverwaltung

 

Limburg. Im kommenden Jahr finden wieder Sozialwahlen statt und für viele Versicherte, ob Arbeitnehmer/innen oder ob Rentner/innen, stellen sich Fragen, beispielsweise was genau gewählt werden soll, warum man wählen gehen soll oder was man mit seiner Stimme bewirken kann. Aufschluss, Motivierung ...

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Gerechtigkeit, Solidarität, Barmherzigkeit

FRANKFURT. Am Sonntag, 1. Mai 2016, um 10:00 Uhr, übertrug der Hessische Rundfunk eine halbstündige Sendung zum Thema „Gerechtigkeit, Solidarität und Barmherzigkeit“ – Gesprächspartner war Dr. Peter Neher.

Nähere Informationen unter http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=84381&key=standard_document_59843242&xtmc=caritas&mtype=d&xtcr=1

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Deutschland nach dem 13. März 2016

Verletzt und dennoch vital geblieben?

Aachener Nachrichten, Mai 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Der Jesuit und Sozialethiker Hengsbach positioniert sich in den Aachener Nachrichten zum Thema Landtagswahlen und die Konsequenzen für das Parteien- und Politikverständnis Deutschlands.

Text hier: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2016/Hengsbach_13._Maerz_Aachener_Nachrichten.pdf

"Laudato si"

Ein öko-soziales Rundschreiben in euphorischem Überschwang? Reihe Frankfurter Arbeitspapier zur gesellschaftsethischen und sozialwissenschaftlichen Forschung.

März 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Das erste Rundschreiben, das Papst Franziskus veröffentlicht hat, beginnt mit einem Lied, das in Deutschland an Jugendgottesdienste und Lagerfeuer erinnert, an einen Ohrwurm, der auf dem Kadenzschema: Tonika, Mollparallele, Subdominante, Dominante beruht, mit vier Schlägen auf jedem Akkord. Zum ...

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Integration der Flüchtlinge

Herausforderung auch für die Kirchen

April 2016
Bernhard Emunds

Vor etwa zwei Jahren wurde ich beim Betreten eines Kiosks von einem herrlich sanft dahingleitenden Männergesang überrascht, von einer arabisch verspielten Melodie, die offensichtlich von dem Besitzer des kleinen Geschäftes kam. Beim Bezahlen fragte ich ihn, ob er mit seinem beeindruckenden Lied etwas Bestimmtes besungen hätte. „Ja“, antwortete er, „ich preise meinen Gott für diesen herrlichen Tag und ich danke ihm für seine Liebe.“

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Spitzentreffen zwischen den Kirchen und BAMF

„Jeder Asylsuchende hat Anspruch auf ein individuelles, faires und unvoreingenommenes Verfahren“

11. März 2016/PM 049

Heute haben sich Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche zu einem Spitzengespräch mit dem Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-J. Weise, in Nürnberg getroffen. An dem Gespräch nahmen der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), teil.

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Radiobeiträge zu Live-In-Pflegekräften

März/April 2016
Bernhard Emunds

WDR 5 Redezeit: Interview mit Bernhard Emunds über sein neues Buch „Damit es Oma gut geht - Pflegeausbeutung in den eigenen vier Wänden“. Das gesamte Interview zum Nachhören.

HR-info Gesellschaft: Interview mit Bernhard Emunds zum Thema "Altenpflege Daheim - gesellschaftliches Tabuthema" am 31.03.2016. Das gesamte Interview zum Nachhören. 

SWR2: Interview mit Bernhard Emunds zum Thema "Ausgebeutet - 24-Stunden-Pflegerinnen" am 11.04.2016. Das gesamte Interview zum Nachhören. 

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Flüchtlingspolitik der Bundesregierung

Wie ein Vogel im Netz – Hat sich die Koalition, die Große verzappelt?

Aachener Nachrichten, 6. Februar 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Die Regierung der großen Koalition macht ein finsteres Gesicht. Das Gewitter einer konzertierten Aktion prasselt auf Flüchtlinge nieder. Die freundlichen Gesten und Initiativen des „Willkommen“ werden schleichend in Signale der Abwehr und des Abschieds verkehrt.

„Wir (das notorisch Merkelsche Wir) - erwarten, dass wenn Frieden in Syrien ist und wenn der IS im Irak besiegt ist, dass auch ihr wieder, in dem Wissen, das ihr jetzt bei uns bekommen habt, in eure Heimat zurückgeht“.

Zynischer klingt es nur im Kabarett, nachdem gerade der erste Anlauf der Genfer Syrien-Gespräche gescheitert ist. Der Innenminister findet, dass Afghanistan ein so großes Land sei, in dem auch irgendwo noch sichere Flecken zu finden seien, in die Deutschland Flüchtlinge abschieben kann.

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Deutschland ist nicht überfordert

Interview mit Friedhelm Hengsbach SJ über den Umgang mit Flüchtlingen

Frankfurter Rundschau, 7. Februar 2016
Friedhelm Hengsbach SJ

Im Gespräch mit Stephan Kaufmann und Eva Roth spricht der Sozialethiker und Jesuit Hengsbach über die stets präsente Debatte bezüglich der Zuwanderung Asylsuchender in Deutschland.

In dem, in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung erschienen Interview, betont Hengsbach die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes und zeigt auf, dass Deutschland keinesfalls an 'seine' Grenzen stößt: „Deutschland ist nicht überfordert, wenn die Politik entsprechend handelt. Die Kommunen sollten personell und finanziell vom Bund entlastet werden. Schuldenbremsen sind jetzt irrelevant. Die Massenunterkünfte sollten verschwinden. In Deutschland gibt es 1,5 Millionen Wohnungen, die leer stehen. Das Recht auf Privateigentum ist nachrangig gegenüber der großen Aufgabe, vor der wir stehen.”

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Sozialpolitische Positionen des DCV

Mit ihrer Kampagne 2016 „Mach dich stark für Generationen gerechtigkeit“ und ihrer Demografie-Initiative (2015–2017) fördert die Caritas in der Öffentlichkeit und im Verband die konstruktive Gestaltung des demografischen Wandels. Der Deutsche Caritasverband (DCV) misst der generationengerechten Weiterentwicklung des sozialen Sektors hohe Bedeutung bei und stellt sich der komplexen Diskussion hierzu mit eigenen Beiträgen.

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Nachdenkliches zur Barmherzigkeit

Professor Dr. Friedhelm Hengsbach SJ: „Barmherzigkeit alleine reicht nicht“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU): „Barmherzigkeit und politische Kultur“

Professor Dr. Stephan Goertz (Uni Mainz): „Barmherzigkeit allein ist noch nicht eine Antwort auf die ethische Frage, welche moralischen Werte und Normen gelten sollen“

BDKJ-Bundespräses, Pfarrer Dirk Bingener, Düsseldorf: „Bevor wir von Barmherzigkeit sprechen, schulden wir uns zunächst einmal gegenseitig Gerechtigkeit“

Äußerungen von Papst Franziskus 2014/2015
  • Papst Franziskus interpretiert im Juli 2014 in einer Predigt im italienischen Isernia diese Vater-Unser-Bitte wie folgt:

    „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ In diesen Worten des Vaterunsers steckt ein ganzes Lebensprojekt, das auf Barmherzigkeit gegründet ist. Barmherzigkeit, Nachsicht, Vergebung der Schulden, ist nicht einfach irgendeine fromme, intime Sache, ein spirituelles Beruhigungsmittel, eine Art von Öl, das uns hilft, etwas sanftmütiger, etwas gütiger zu sein, nein. Es ist die Prophetie einer neuen Welt; Barmherzigkeit kündigt eine neue Welt an, in der niemandem das Lebensnotwendige 

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„Wir schaffen das!“ (Angela Merkel)

Aber wer soll was schaffen und wie?

Aachener Nachrichten, September 2015
Friedhelm Hengsbach SJ

Keine Äußerung der Kanzlerin hat die mediale Welt im In- und Ausland so beflügelt wie dieser Satz. Das freundliche Gesicht und die Einladung zu kommen, hatten weltweit eine Euphorie ausgelöst, die jedoch nach den Grenzkontrollen, die kurz darauf verfügt wurden, einen Dämpfer erhielt. In dieser Woche entscheidet sich, ob dem entschlossenen Wort mutige Taten folgen.

Wer sind die Akteure, die es schaffen sollen?

Es ist abzusehen, dass die Interessen Deutschlands und der übrigen EUMitgliedsländer den Ausschlag geben und nicht die Interessen der Flüchtlinge. Formal rückt der deutsche Gesetzgeber das Asylrecht in den Vordergrund, das er allerdings wiederholt in ein Asyl-Verweigerungsrecht mutiert hat. Konservativ-bürgerliche Politiker beurteilen ein deutsches Einwanderungsgesetz

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Was tun gegen den Pflegenotstand?

Alt, abgeschoben, falsch behandelt

Über 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, 71 Prozent dieser Menschen werden zu Hause betreut. Meist ist dafür die Ehefrau zuständig, die Tochter  oder eine Migrantin aus Osteuropa.

Autor: Professor Dr. Bernhard Emunds, Nell-Breuning-Institut in der PTH Sankt Georgen, Frankfurt

Alternativen gibt es für die Betroffenen kaum, denn Pflege ist teuer, eine 24-Stunden-Betreuung oft unbezahlbar. Der Pflegenotstand ist längst Wirklichkeit geworden.

Auch in vielen Heimen regiert die Not. Jeder Fünfte der 750.000 Pflegebedürftigen wird regelmäßig fixiert, also seiner Freiheit beraubt. Eine "persönliche" Betreuung ist selbst in Vorzeige-Einrichtungen meist nicht möglich. Und die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2050 verdoppeln. Was also tun gegen den Pflegenotstand?

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Herzlich Willkommen!

Gemeinsam setzen wir uns ein für Flüchtlinge mit der Willkommenskultur im Bistum Limburg.

"Willkommenskultur, das heißt für uns als Caritas: Diejenigen, die zu uns kommen, egal ob Flüchtlinge oder Migranten, und egal welchen Aufenthaltsstatus sie haben, erhalten dieselben Teilhabe-Chancen wie diejenigen, die bereits hier leben, und so realisiert sich Teilhabe-Gerechtigkeit. Teilhabe-Gerechtigkeit, das heißt: gleiches Recht auf Kapital, auf Gesundheit, auf soziale Beziehungen und somit auf das soziale Kapital. Eine so verstandene Willkommenskultur verlangt staatliche Regelungen und gesetzlich garantierte Rechte sowie ein gesellschaftlich offenes und gelingendes Zusammenwirken, für ein Miteinander von Staat, Kirchen und Bürgerengagement." (Diözesancaritasdirektor Dr. Hejo Manderscheid)

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.fluechtlingsarbeit.bistumlimburg.de

Gründungserklärung

Allianz für den freien Sonntag Frankfurt – Rhein-Main

Die Allianz für den freien Sonntag Frankfurt – Rhein-Main ist eine regionale kirchliche und gewerkschaftliche Initiative, die offen ist für Unterstützer aus anderen gesellschaftlichen Bereichen. Sie ist auf Bundes- und Landesebene verankert: www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de bzw. www.sonntagsallianz-hessen.de

Worum es uns gehtSonntags frei haben und den Tag gemeinsam gestalten – das ist heute für viele Menschen ein Traum aus scheinbar vergangenen Zeiten. Aber der Sonntag ist kein Tag wie jeder andere. Das Grundgesetz (Art. 140) und die Hessische Verfassung (Art. 31) erklären ausdrücklich den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage „als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ für „gesetzlich geschützt“!

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Hilft unser Helfen...

Oder: Hat der Martin alles falsch gemacht?

Autor: Michael Wolff, Nell-Breuning-Institut

Hilfesuchende Menschen begegnen uns fast täglich und die Armutsquote steigt in Deutschland stetig, nicht nur wegen der Flüchtlinge und trotz der großen Hilfsbereitschaft.

  • Armut ist weiblich!
  • Armut ist jung und chancenlos!
  • Armut ist aber auch alt und einsam!
  • Armut bleibt im Verborgenen!
  • Armut macht an nationalen Grenzen nicht halt!

So oder so ähnlich haben wir es gerade in der Schilderung der konkreten Notsituationen von Menschen aus Aschaffenburg gehört.

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Armut in Deutschland

Soll der Streit darüber, wer in Deutschland arm ist, die Bekämpfung der Armut ablösen?

Aachener Nachrichten, November 2015, Friedhelm Hengsbach SJ

„Armut in Deutschland bildet das eine Extrem auf einer Skala wachsender sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Polarisierung. Das andere Extrem wird durch exklusiven Reichtum dargestellt. Sowohl Armut als auch Reichtum sollten Gegenstand einer politischen Debatte sein. Denn beide sind politisch gemacht.”

Der Sozialethiker Hengsbach schreibt in den Aachener Nachrichten über die Wahrnehmung des Armutsbegriff in der politischen Landschaft der letzten Jahre und verdeutlicht im nächsten Schritt die tatsächlichen Ursachen prekärer Verhältnisse in Deutschland.

Mehr: http://www.sankt-georgen.de/nbi/fileadmin/redakteure/Dokumente/2015/Aachener_Nachrichten__November_2015.pdf

Kampf um die Armut

Buchveröffentlichung: Kampf um die Armut. Von echten Nöten und neoliberalen Mythen

Friedhelm Hengsbach SJ und andere

Es ist ein erbitterter Kampf ausgebrochen in Deutschland. Vordergründig geht es um De­fnitionen und wissenschaftliche Methoden - tatsächlich aber um knallharte Interessenpolitik. Es ist die Armut in unserem Land, um die so verbissen gestritten wird. Je größer sie wird, umso hartnäckiger das Leugnen derer, die ihren Reichtum oder ihre Macht bedroht sehen und umso härter ihre Schläge gegen alle, die sich mit der sozialen Spaltung in Deutschland nicht abfi­nden wollen. Einige der prominentesten und renommiertesten Kritiker dieses neuen neoliberalen Mainstreams vereint dieser Band mit brillianten Analysen, entlarvenden Erzählungen und engagierten Plädoyers gegen Ausgrenzung und für eine Gesellschaft, die keinen zurücklässt.

Weitere Informationen und Buchbestellung: http://www.westendverlag.de/buecher-themen/programm/kampf-um-die-armut-schneider.html

Gut wirtschaften

Limburger KAB-Bezirkstag beschließt Aufbrüche zu nachhaltigem Leben und Arbeiten

WALDBRUNN-LAHR. Mehr als 50 Delegierte der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) haben am Samstag, den 14. November 2015 im Kath. Pfarrzentrum Waldbrunn-Lahr über das Thema "Nachhaltig leben & arbeiten - Gut wirtschaften" beraten und richtungsweisende Beschlüsse für die Arbeit des Sozialverbandes im kommenden Jahr gefällt.

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Erklärung des KAB-Bezirksverbandes Limburg zur Flüchtlingssituation

Limburger KAB ruft zu Solidarität mit Flüchtlingen auf

WALDBRUNN-LAHR. Der christliche Sozialverband Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) ruft dazu auf,    sich für ein "Klima des Willkommens" einzusetzen und Flüchtlingen zu helfen. "Als christlicher Verband ist es unsere Pflicht, diesen Menschen helfend zur Seite zu stehen und sie dabei zu unterstützen, hier eine neue Heimat zu finden.

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EKD zu "Asylverfahrensgesetze"

Beide Kirchen danken dem Bundesministerium des Inneren für die Zusendung des Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Asylverfahrensgesetzes, des Asylbewerberleistungsgesetzes und weiterer Gesetze (Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz) und nutzen gern die Gelegenheit, zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen.

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EKD-Stellungnahme "Hilfe zurSelbsttötung"

I. Sterbebegleitung aus christlicher Perspektive
Nach christlicher Überzeugung kommt jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins eine besondere, unantastbare Würde zu. Diese Würde gründet nicht in der Leistungsfähigkeit eines Menschen, seiner Vernunftbegabung oder in dem Nutzen, den er für andere hat.

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Einen Aufbruch in Paris bewegen!

2,7 Grad Erderwärmung sind zu viel. Mit einem deutlichen Plädoyer für Klimagerechtigkeit und ungeteilte Menschenrechte machte sich der ökumenische Pilgerweg in Frankfurt auf zum Weltklimagipfel nach Paris.

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Die Ursachen der Flucht nicht vergessen!

Hat Sie die Nachricht des jüngsten Flüchtlingsstroms überrascht? Seit Jahrzehnten wissen wir im Einsatz gegen Armut und Ungerechtigkeit von den Rissen und Diskrepanzen der Einen Welt auf unserem Planeten.

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Mut zeigen, es geht um unsere Nächsten!

Erklärung des Kolpingwerkes Diözesanverband Limburg aus Anlass des Aufrufs des Papstes, die Solidarität mit Flüchtlingen zu verstärken.

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SOZIALE SELBSTVERWALTUNG STÄRKEN

In einer am 16. März veröffentlichten Stellungnahme fordert die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen Rheinland-Pfalz, Silvia Berger, die Stärkung der sozialen Selbstverwaltung.

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Kolping: Lebensrettende Organspenden

Das Kolpingwerk bittet alle Mitglieder in den Diözesanverbänden, sich bewusst für eine Organspende im Falle des eigenen Hirntodes zu entscheiden und in einem Spenderausweis zu dokumentieren.

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Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen

Stellungnahme des Kolpingwerkes Landesverband Rheinland-Pfalz zum Gesetzentwurf der Landesregierung für ein Landesgesetz über Messen, Ausstellungen und Märkte (LMAMG).

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Impulsgeber für die Wirtschafts- und Sozialpolitik

Pater Oswald von Nell-Breuning SJ als sozialpolitischer Impulsgeber

Hans Günther Hockerts, Bernhard Emunds
Fachgespräch im November 2015

Der Münchener Historiker Prof. Dr. Hans Günter Hockerts würdigt Pater von Nell-Breuning als einen Impulsgeber für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der frühen Bundesrepublik. Heutige Vertreter/-innen und Sozialwissenschaftler/-innen der Sozialpolitik kann er anregen, sozialtstaatliche Regelungen als Antwort auf die selbstzerstörerischen und gemeingefährlichen Potentialen eines ungebändigten Kapitalismus zu entwickeln.

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Gerade weil Pater von Nell-Breuning immer die Debatten seiner Zeit im Blick hatte, passen seine Reformvorschläge – eins zu eins übertragen – heute nicht mehr. Stärker noch als seine politischen Schlussfolgerungen wirkt seine wirtschaftsethische Methode, wirken die Sein-Sollens-Schlüsse seiner neuscholastischen Naturrechtsethik wie aus der Zeit gefallen. Und doch gibt es in seinem wirtschaftsethischen Denken Grundlinien und zentrale Ideen, die bei aller Fremdheit inspirierend wirken und auf Herausforderungen verweisen, die heute ganz an der Zeit sind. Der Impuls von Prof. Dr. Bernhard Emunds deckt inspirierend Zeitgenössisches in Nell-Breunings Verständnis von „Wirtschaft“, „Arbeit“ und „Wohlstandssteigerung“ auf.

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Tafelläden

Tafelläden – Zeichen gesellschaftlicher Spaltung
Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer, der Sozialpolitik und der Sozialethik

Frankfurter Arbeitspapiere zur gesellschaftsethischen und sozialwissenschaftlichen Forschung

Februar 2016
Michael Wolff

Es ist unbestritten, dass Tafelläden und weitere existenzunterstützende Dienste, wie zum Beispiel Kleiderkammern, unter den gegebenen gesellschaftlichen Herausforderungen, dem Ansteigen von Armutsgefährdung und der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in arm und reich, notwendig sind. Sie leisten für viele Menschen einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag, weil sie die unzureichenden Grundsicherungsleistungen des Staates ergänzen. So einleuchtend die unmittelbare Linderung der Not auch ist, so unbestritten ist auch die Kritik an der Tafelarbeit; denn Tafelläden sind Teil einer ungerechten Gesellschaft. Sie sind Zeichen für gesellschaftliche Spaltung. Hier spiegelt sich die Art und Weise des Seins und Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeit in Tafelläden aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer, der Sozialpolitik und der Sozialethik in diesem Aufsatz kritisch beleuchtet.

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